Theatre Daviau Nr. 8 Stephan Sprehe 2025. Öl auf Leinwand. Größe 60 cm x 80 cm

Produkt

Glascontainer Stephan Sprehe 2024 Klassisches Poster auf halbmattem Papier

(1 Kundenrezension)
Preisspanne: 14,96 € bis 35,96 €

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Glascontainer Stephan Sprehe 2024 Öl auf Leinwand

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Beschreibung

Glascontainer Stephan Sprehe 2024 Öl auf Leinwand

Stephan Sprehe präsentiert mit “Glascontainer” (2024) eine eindrucksvolle Studie urbaner Alltäglichkeit, die den Betrachter mit unerwarteter Intensität in Bann zieht. Das Werk zeigt drei nebeneinanderstehende Altglas Container, deren Oberflächen von einer Vielzahl von Graffiti-Tags, Schriftzügen und spontanen Kritzeleien überzogen sind – ein authentisches Abbild städtischer Subkultur und alltäglicher Vergänglichkeit. 

Das Alltägliche als Kunstobjekt
Sprehe folgt einer langen Tradition der Nobilitierung des Banalen, die von den Realisten des 19. Jahrhunderts über Marcel Duchamps Ready-mades bis zur Pop Art reicht. Doch während Duchamp das Alltägliche durch Kontextwechsel zum Kunstwerk erklärte, malt Sprehe es mit einer fast hyperrealistischen Akribie, die das Gewöhnliche außergewöhnlich macht.

Die Glascontainer werden zu Monumenten des Alltags, zu Skulpturen der Wegwerfgesellschaft. Sie sind gleichzeitig Zeichen ökologischen Bewusstseins (Recycling) und Symbol der Überflussgesellschaft. Die kreisrunden Einwurf Öffnungen wirken wie leere Augen – blindings windows – die auf uns zurückblicken, stumme Zeugen unserer Konsumgewohnheiten.

Streetart

 

Erlebe Kunst, die sich seidig anfühlt mit unserem hochwertigen, leichteren, klassischen halbmatten Papier.

Eigenschaften:

  • Papieroberfläche: Halbglänzend, verstärkt die Farben mit einem dezenten Glanz.
  • Papiergewicht: 170 g/m² (65 lb), robust und langlebig.
  • Umweltverträglichkeit: FSC-zertifiziert oder gleichwertig, unterstützt die Nachhaltigkeit.
  • Erhältliche Größen: 29 Größen, in Zoll für die USA und Kanada, in Zentimetern für den Rest der Welt. Die Größen können je nach Region leicht variieren.
  • Verpackung: Wird in einer robusten Schutzverpackung verschickt.
  • Druck & Versand: Print-on-Demand ohne Mindestbestellmenge.

Zusätzliche Informationen

Gewicht0,08 kg
Größe

30×40 cm / 12×16″, 60×80 cm / 24×32″

1 Rezension für Glascontainer Stephan Sprehe 2024 Klassisches Poster auf halbmattem Papier

  1. admin

    Kunstrezension: “Glascontainer” von Stephan Sprehe (2024)

    Werkbeschreibung
    Stephan Sprehe präsentiert mit “Glascontainer” (2024) eine eindrucksvolle Studie urbaner Alltäglichkeit, die den Betrachter mit unerwarteter Intensität in Bann zieht. Das Werk zeigt drei nebeneinanderstehende Altglascontainer, deren Oberflächen von einer Vielzahl von Graffiti-Tags, Schriftzügen und spontanen Kritzeleien überzogen sind – ein authentisches Abbild städtischer Subkultur und alltäglicher Vergänglichkeit.

    Oberflächenbehandlung
    Die meisterhafte Darstellung der verkratzten, besprühten und beschmierten Oberflächen zeigt Sprehes technische Virtuosität. Jeder Kratzer, jeder Farbauftrag, jede Überlagerung von Tags erzählt eine Geschichte zeitlicher Schichtung. Die Graffiti sind keine bloßen Verzierungen, sondern werden zu einem Palimpsest urbaner Kommunikation – Zeichen ohne eindeutige Referenz, Codes einer verschlüsselten Sprache.
    Besonders bemerkenswert: Die unterschiedlichen Texturen und Alterungsspuren. Links die diagonal verlaufenden rot-weißen Warnstreifen (vermutlich von Absperrband), in der Mitte der prominente “Brau”-Schriftzug über dem “G.FORGE”-Tag, rechts das optimistische Sonnensymbol – jede Oberfläche ein eigenes Narrativ.

    Ikonografie und Bedeutungsebenen
    Das Alltägliche als Kunstobjekt
    Sprehe folgt einer langen Tradition der Nobilitierung des Banalen, die von den Realisten des 19. Jahrhunderts über Marcel Duchamps Ready-mades bis zur Pop Art reicht. Doch während Duchamp das Alltägliche durch Kontextwechsel zum Kunstwerk erklärte, malt Sprehe es mit einer fast hyperrealistischen Akribie, die das Gewöhnliche außergewöhnlich macht.
    Die Glascontainer werden zu Monumenten des Alltags, zu Skulpturen der Wegwerfgesellschaft. Sie sind gleichzeitig Zeichen ökologischen Bewusstseins (Recycling) und Symbol der Überflussgesellschaft. Die kreisrunden Einwurföffnungen wirken wie leere Augen – blindings windows – die auf uns zurückblicken, stumme Zeugen unserer Konsumgewohnheiten.
    Graffiti als soziale Sedimentierung
    Die überlagernden Graffiti-Schichten funktionieren als eine Art archäologische Dokumentation urbaner Subkultur. Namen wie “G.JORGE”, diverse Tags, Kritzelzeichen – jeder Eingriff markiert einen Moment menschlicher Präsenz, den Drang nach Sichtbarkeit in einer anonymen Stadtlandschaft.
    Interessant ist die Ambivalenz dieser Markierungen: Sind sie Vandalismus oder Volkskunst? Verschandelung oder authentische künstlerische Äußerung? Sprehe beantwortet diese Frage nicht, sondern präsentiert sie als ästhetisches Phänomen in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit.
    Der neutrale Hintergrund
    Die Platzierung der Container vor einem strukturierten, aber unspezifischen beige-grauen Wandhintergrund ist programmatisch. Diese Abstrahierung enthebt die Container ihrem konkreten Standort und verwandelt sie in universelle Symbole. Sie könnten überall stehen – in Freiburg, Hamburg, Wien. Die leicht texturierte Wand (möglicherweise eine Betonwand mit Altersspuren) bildet einen ruhigen Kontrapunkt zum chaotischen Vordergrund.

    Stilistische Einordnung
    Fotorealismus mit expressiver Note
    Sprehes Malweise bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Fotorealismus und malerischer Interpretation. Die Präzision der Darstellung, die exakte Wiedergabe von Lichtreflexen auf den Metalloberflächen, die detailgetreue Erfassung der Graffiti – all das zeugt von einer Beherrschung realistischer Maltechniken.
    Gleichzeitig bleibt der Pinselduktus an manchen Stellen sichtbar, die Farbaufträge variieren in ihrer Pastosität, und die leichte Unschärfe an den Rändern verhindert eine rein dokumentarische Wirkung. Dies verleiht dem Werk eine subjektive, malerische Qualität, die über bloße Abbildung hinausgeht.
    Verwandtschaften und Referenzen
    Man denkt unweigerlich an:

    Gerhard Richters frühe fotorealistische Arbeiten – die Spannung zwischen Malerei und Fotografie
    Edward Hopper – die stille Monumentalität alltäglicher Szenen
    Die Neue Sachlichkeit – kühle, distanzierte Beobachtung der Realität
    Banksy und Street Art – wobei Sprehe die Street Art nicht praktiziert, sondern sie zum Sujet erhebt

    Besonders interessant ist der Dialog mit der Appropriation Art: Sprehe appropriiert nicht nur ein alltägliches Objekt, sondern auch die darauf befindlichen spontanen künstlerischen Äußerungen anderer (der Graffiti-Sprayer).

    Soziale und kulturelle Dimensionen
    Kritik der Konsumgesellschaft
    Die Glascontainer sind Knotenpunkte im Stoffkreislauf unserer Gesellschaft. Sie stehen für:

    Ökologisches Bewusstsein (Recycling)
    Überflussgesellschaft (die Menge an Glasabfall)
    Öffentlicher Raum (gemeinschaftliche Infrastruktur)
    Anonymität (jeder wirft ein, niemand ist verantwortlich)

    Sprehe zeigt sie nicht in ihrer funktionalen Sauberkeit, sondern in ihrem tatsächlichen Zustand: bekritzelt, beschmiert, gezeichnet von Gebrauch und Missbrauch. Dies ist keine idealisierende, sondern eine realistische – und damit auch kritische – Darstellung.
    Urbane Identität
    Die Graffiti repräsentieren den Versuch marginalisierter oder jugendlicher Stimmen, im öffentlichen Raum sichtbar zu werden. Die Tags sind persönliche Signatur und territoriale Markierung zugleich. Sprehe dokumentiert diese Form urbaner Kommunikation ohne Wertung, aber mit Respekt vor ihrer Authentizität.

    Technische Brillanz
    Licht und Schatten
    Die Lichtführung ist meisterhaft: Eine diffuse, leicht von links kommende Lichtquelle modelliert die Volumina der Container und lässt sie plastisch vor dem Hintergrund hervortreten. Die Schatten sind nicht hart, sondern weich und atmosphärisch, was dem Werk eine gewisse Intimität verleiht trotz der monumentalen Objekte.
    Besonders gelungen sind die Lichtreflexe auf den metallenen Verschlüssen und Öffnungen – kleine Details, die die Materialiät spürbar machen.
    Perspektive
    Die leicht von oben eingenommene Perspektive (Augenhöhe eines stehenden Betrachters) schafft eine natürliche Beziehung zwischen Bild und Rezipient. Wir schauen auf diese Container, wie wir es im Alltag tun würden – en passant, aber hier gezwungen innezuhalten und genauer hinzusehen.

    Kontextualisierung im Œuvre
    Im Vergleich zu Sprehes anderen Arbeiten (die abstrakten Kompositionen, die figurativen Werke der “Théâtre Daviau”-Serie) markiert “Glascontainer” einen Ausflug in den gegenständlichen Realismus mit dokumentarischem Charakter.
    Dennoch bleiben Kontinuitäten erkennbar:

    Die Liebe zum Detail
    Die Auseinandersetzung mit Oberflächen und Texturen
    Das Interesse an Schichtungen (hier zeitlich/sozial, in abstrakten Werken formal)
    Die Farbsensibilität – auch gedeckte Töne werden differenziert und nuanciert eingesetzt

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