Theatre Daviau Nr. 8 Stephan Sprehe 2025. Öl auf Leinwand. Größe 60 cm x 80 cm

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Abstrakt nr. 2 Reflexion einer postindustriellen Bildwelt

Das Werk „Abstrakt Nr. 2 aus der Reihe Abstrakt von Stephan Sprehe entfaltet eine vielschichtige Bildsprache, die zwischen organischer Bewegung, technischer Fragmentierung und spielerischer Formauflösung oszilliert. In einer kraftvollen Komposition aus geschwungenen Linien, segmentierten Körperformen und kontrastreichen Farbflächen entsteht ein visuelles Spannungsfeld, das sich jeder eindeutigen Lesart bewusst entzieht.

Abstrakt Nr. 2 Stephan Sprehe 2024
Abstrakt Nr. 2 Stephan Sprehe 2024 Öl auf Leinwand. Gr. 80cm x 60cm.

Formal erinnert das Bild an die biomorphen Abstraktionen des frühen 20. Jahrhunderts, insbesondere an Künstler wie Joan Miró oder Jean Arp, bei denen Formen weniger Dinge abbilden als Zustände, Rhythmen und innere Bewegungen. Gleichzeitig lassen die klar abgegrenzten Farbflächen und die fast mechanisch anmutenden Details Assoziationen zur konstruktiven Moderne und zur Nachkriegsabstraktion aufkommen. Sprehe bewegt sich hier souverän zwischen organischem Fluss und technischer Präzision.

Kulturhistorisch lässt sich das Werk auch als Reflexion einer postindustriellen Bildwelt lesen: Fragmente erinnern an Maschinenteile, Prothesen oder hybride Körper, die zwischen Mensch, Tier und Apparat changieren. Diese Ambivalenz spiegelt eine zeitgenössische Erfahrung wider, in der Identität nicht mehr als geschlossenes Ganzes erscheint, sondern als prozesshafte Montage. Die Abstraktion wird dabei nicht zum Rückzug aus der Wirklichkeit, sondern zu einem Mittel, komplexe gesellschaftliche Zustände sichtbar zu machen.

Die Farbigkeit – dominiert von Blau-, Grün-, Ocker- und Rottönen – erzeugt eine emotionale Dynamik, die zwischen Leichtigkeit und innerer Spannung pendelt. Trotz der Fragmentierung wirkt das Bild nicht zerstückelt, sondern rhythmisch verbunden. Linien und Formen greifen ineinander, als folgten sie einer inneren Choreografie. Diese Bewegung verleiht dem Werk eine fast musikalische Qualität und öffnet es für intuitive Wahrnehmung.

Innerhalb von Sprehes Gesamtwerk zeigt sich hier eine charakteristische Haltung: Abstraktion als Erkundung, nicht als Verweigerung von Bedeutung. Das Bild lädt dazu ein, eigene Assoziationen zu entwickeln, ohne sie festzuschreiben. In dieser Offenheit liegt seine Stärke – und seine zeitgenössische Relevanz.

Das Bild lädt nicht zur schnellen Deutung ein. Es fordert Verweilen. Je länger man schaut, desto mehr beginnt es, zurückzuschauen – und etwas Eigenes im Betrachter zu berühren. Vielleicht ist es genau das, was dieses Werk auszeichnet: Es erzählt keine Geschichte, sondern öffnet einen Zustand. Einen Moment zwischen Erinnerung und Möglichkeit.

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Abstrakt Nr. 2 Stephan Sprehe Klassisches Poster halbmatt

Preisspanne: 16,96 € bis 26,96 €

Abstrakt Nr. 2 Öl auf Leinwand von Stephan Sprehe aus dem Jahre 2024 .


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